Vereinsgeschichte des 1. FC Lokomotive Leipzig
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Gründung: |
Vorgängerverein VfB Leipzig gegründet am 13. Mai 1896. 1. FC Lok Leipzig gegründet am 20. Januar 1966, Umbenennung am 1. Juni 1991 in VfB Leipzig, Insolvenz 2004 |
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Neugründung: |
10. Dezember 2003 |
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Adresse / Kontakt: |
Connewitzer Straße 21, 04289 Leipzig, Telefon: 0341 / 86 999 - 0, Telefax: 0341 / 86 999 - 11 |
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1. Vorsitzender: |
Steffen Kubald |
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Vereinsmitglieder: |
1.658 (Stand 1. Juni 2010) |
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Vereinsfarben: |
Blau-Gelb (auch die Farben der Stadt Leipzig) |
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Cheftrainer: |
Jürgen Brauße (Damen), Achim Steffens (Herren) |
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Vereinserfolge(Damen): |
Regionalliga: Platz 1 (2006), 2. Bundesliga: Platz 6 (2007), Platz 7 (2008), Platz 3 (2009), Platz 4 (2010) DFB-Pokal: Achtelfinale 2006/07, 2007/08, 2008/09, 2009/10 |
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Vereinserfolge (Herren): |
Deutscher Meister: 1903, 1906, 1913, Deutscher Vizemeister: 1904, 1911, 1914, Deutscher Pokalsieger: 1936, UEFA-Intertoto-Pokalsieger: 1966 (damals International Football Cup), DDR-Pokalsieger: 1976, 1981, 1986, 1987, DDR-Vizemeister: 1967, 1986, 1988, Halbfinalist im UEFA-Cup: 1974, Finalist im Europapokal der Pokalsieger: 1987, Aufstieg in die 1. Bundesliga: 1993, Sachsenpokalsieger: 1996 (2. Mannschaft) Nach der Neugründung: Staffelsieger 3. Kreisklasse Leipzig Staffel 2 (11. Liga) und Aufstieg: 2005, Stadtpokalsieger: 2005, Meister der Bezirksklasse Leipzig Staffel 2 (7. Liga) und Aufstieg: 2006, Bezirksmeister Leipzig 2007 (6. Liga) und Aufstieg: 2007, Bezirkspokalsieger: 2006, 2007, Landespokal-Viertelfinale: 2007, Landesfizemeister 2008 (5.Liga) und Aufstieg: 2008, Meisterschaftsdritter Oberliga 2009 |
Nach Gründung am 13. Mai 1896 in Bodens Deutscher Trinkstube war der VfB Leipzig einer unter vielen Leipziger Fußballvereinen. 1898 gab es für zwei Jahre den Zusammenschluss mit den 1893 gegründeten Sportbrüdern zum VfB Sportbrüder Leipzig, 1900 trennte man sich wieder.
Von 1900 an explodierte das fußballerische Leistungsvermögen geradezu unter Führung des ehrgeizigen Trainers und Spielers Theodor Schöffler, welcher großen Wert auf Kondition und Spielvermögen legte. In der Saison 1902/1903 wurde der VfB erstmals innerhalb des Verbandes Leipziger Ballspiel-Vereine (VLBV) Leipziger Gaumeister. Dies qualifizierte ihn für die zum zweiten Mal durchgeführte Endrunde im Verband Mitteldeutscher Ballspielvereine (VMBV), an der Vereine aus den heutigen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen teilnahmen. Nach dem glatten 4:0-Endspielsieg gegen den Dresdner SC war der VfB Mitteldeutscher Meister und damit für das erstmals ausgetragene Finalturnier des DFB, die so genannten Bundesspiele, qualifiziert. Trotz des schweren Schicksalsschlages (Mentor, Trainer und Hauptfigur Theodor Schöffler verstarb AnfangMai) waren die Leipziger topfit. Nach Siegen über Britannia 92 Berlin (3:1) und Altona 93 (6:3) stand der VfB am 31. Mai im Finale. Er gewann das Endspiel in Altona 7:2 gegen den DFC Prag. Der VfB Leipzig war damit 1903 Deutscher Meister und hielt als erster Verein in der DFB-Geschichte den Siegerpokal Victoria in den Händen.
VfB Leipzig - Fußball 1918 bis 1945
Der Wiederaufbau einer ebenso wie in der Vorkriegszeit erfolgreichen Mannschaft gelang nicht. Sportliche Erfolge stellten sich nur noch sporadisch ein. Der Umzug ins neue VfB-Stadion 1922 brachte zwar neue Zuschauerrekorde bei Spielen um die Leipziger Gaumeisterschaft, die fußballerische Leistung blieb jedoch mittelmäßig. Man wurde noch fünf mal Leipziger Gaumeister sowie drei mal Mitteldeutscher Meister.
Als Mitteldeutscher Vizemeister 1933 qualifizierte sich der VfB für die Sächsische Gauliga. Das war die höchste Spielklasse im von den Nationalsozialisten 1933 eingeführten Spielsystem. Die Zeit bis 1944 war ohne Glanz, der VfB spielte meist im Mittelfeld oder gegen den Abstieg. 1944 landete man auf dem letzten Platz der sächsischen Gauliga - die darauf folgende Saison 1944/45 wurde wegen der ab Dezember 1944 eingeführten Reisebeschränkungen nicht mehr ausgespielt. Nur einmal noch sorgten die Fußballer des VfB deutschlandweit für Aufsehen. 1936 erreicht man das erst zum zweiten Mal ausgetragene Endspiel um den DFB- oder Tschammer-Pokal. Auf dem Weg dorthin mussten sieben Vereine besiegt werden - unter anderem 4 amtierende Gaumeister. Wegen der Olympischen Spiele 1936 in Berlin ergaben sich Verzögerungen im Spielplan, die die Austragung des 36er Finals erst 1937 ermöglichten. In einem legendären Endspiel besiegte der VfB am 3. Januar 1937 den damals übermächtigen Schalke 04 im Olympiastadion Berlin vor 60.000 Zuschauern (davon 4.000 Fans aus Leipzig) mit 2:1.
Meistermannschaft 1903: Dr. Ernst Raydt - Erhard Schmidt, Arthur Werner - Wilhelm Rößler, Walter Friedrich, Otto Braune - Georg Steinbeck, Bruno Stanischewski, Heinrich Riso, Adelbert Friedrich, Ottomar Assmus
Der VfB Leipzig gehörte nun zur absoluten Leistungsspitze im deutschen Fußball. In den 12 Jahren bis zum 1. Weltkrieg 1914 qualifizierte er sich immer für die spielstarke Endrunde um die mitteldeutsche Meisterschaft und 9x für die DFB-Endrunde. Nur 3 mal wurde die DFB-Endrunde verpasst: 1909 aus organisatorischen sowie 1908 und 1912 aus sportlichen Gründen. Während der 8 DFB-Endrunden ( 1905 nahm man aus Kostengründen das Spielrecht nicht wahr) zog der VfB Leipzig selbst 6 mal ins Endspiel, wurde dort 3 mal deutscher Meister ( 1903, 1906 und 1913) und 3 weitere Male deutscher Vizemeister ( 1904, 1911 und 1914).
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 ruhte der Spielbetrieb im gesamten Deutschen Reich. Von 586 VfB-Vereinsmitgliedern waren 245 im Kriegseinsatz. Aus der Meisterelf 1913 starben 4 Spieler. Während des Krieges wurden nur noch regionale Meisterschaften ausgespielt. Dabei wurde der VfB 1918 zum achten Mal Mitteldeutscher Meister.
VfB Leipzig - andere Sportarten bis 1945
Der VfB war bis 1945 ein bürgerlicher Großverein mit fast 3.000 Mitgliedern in unterschiedlichsten Sportarten. Neben dem Fußball wurden auch in anderen Sportarten große Erfolge gefeiert wurden.
Im Tennis schaffte es Heinrich Schomburgk zu den Olympischen Spielen 1912 nach Stockholm. Hier errang er im Mixed-Wettbewerb zusammen mit Dorothea Körnig (Dresden) als erster Leipziger überhaupt die Olympische Goldmedaille. 1937 wurde Annelies Ullstein deutsche Tennismeisterin. In der Leichtathletik errangen VfB-Sportler zwischen 1905 und 1917 insgesamt acht deutsche Meistertitel. Im Schwimmsport war der VfB für drei Jahre sehr erfolgreich. Durch den Übertritt der beiden Leipziger Vereine 1. Leipziger Schwimmclub und Leipziger Damenschwimmclub zum VfB im Jahre 1923 errangen VfB-Sportler fast ein Dutzend deutsche Meistertitel. 1926 trennten sich die Wege wieder.
Weitere Sportarten unter dem Dach des VfB waren beispielsweise Hockey,Eishockey,Cricket, Feldhandball,Sportkegeln, Schlagball und Faustball. In den 1920er Jahren bildeten sich dann Bergsport- und Skiabteilungen. 1933 gründete der damalige Vereinsvorsitzende Dr. Fricke, Mitglied der NSDAP, im gleichgeschalteten VfB eine Wehrsportabteilung, in der alle 16- bis 26-Jährigen regelmäßig an Geländesportübungen teilnehmen mussten.
1946 wurde der Verein - wie alle anderen bürgerlichen Vereine auch - von der sowjetischen Besatzungsmacht aufgelöst und enteignet.
Vorgänger des 1. FC Lokomotive Leipzig
Nachdem 1945 der Großverein des dreifachen deutschen Fußballmeisters VfB Leipzig wie alle bürgerlichen Vereine durch die sowjetische Besatzungsmacht aufgelöst und enteignet wurde, gründeten unter anderem ehemalige VfB-Spieler auf ihrem alten Sportgelände die „SG Probstheida“ (siehe dazu auch Fußball in der DDR). Wenig später hieß der Verein „BSG Erich Zeigner“ und BSG Einheit Ost. Unter letzterem Namen gelang den Probstheidaern 1953 der Aufstieg in die DDR-Oberliga. Bis zur Gründung des Fußballclubs 1. FC Lok im Jahre 1966 kam es jedoch noch zu weiteren Umbenennungen und Fusionen, welche unter anderem durch DDR-Sport- und SED-Funktionäre erwirkt wurden. So gab es 1954 die erste "Fusion" im Leipziger Fußball: die Vereine BSG Chemie und BSG Einheit Ost wurden quasi aufgelöst, deren Spieler spielten fortan in den neu gegründeten Oberliga-Vereinen SC Rotation Leipzig (in Probstheida - schwarze Hose, rotes Hemd) und SC Lokomotive (in Leipzig-Gohlis – schwarze Hose, weißes Hemd). Dabei sprangen bis 1963 für den SC Rotation zwei dritte Plätze (1955 und 1957) heraus, für den SC Lok gab es Erfolge im FDGB-Pokal – der Gewinn 1957 und ein Jahr später die Endspielteilnahme. Die Leipziger Stadtauswahl spielte ab 1955 im europäischen Messe-Cup. In jene Zeit fällt auch der bis heute gültige Zuschauerrekord für Fußball-Punktspiele in Deutschland: Er wurde am 9. September 1956 erreicht, als mehr als 100.000 Zuschauer das Ortsderby zwischen Rotation und Lok (1:2) besuchten. 1963 dann die zweite Fusion; wieder von „oben“ angeordnet: die vermeintlich besten Spieler beider Vereine kamen ins neue Leistungszentrum nach Probstheida, wo die Fußballabteilung des SC Leipzig installiert wurde. Die übrigen Spieler spielten fortan für die neue BSG Chemie – und wurden prompt DDR-Meister. Damit war es für den neuen SC nicht einfach, die Gunst der Leipziger Zuschauer zu gewinnen. Der Grundstein für die bis heute bestehende Rivalität zwischen den Anhängern von „Lok“ und „Chemie“ (siehe unten) wurde damals gelegt. 1965 und 1966 wurden in der DDR schließlich Fußballabteilungen von zehn Sportclubs ausgewählt und zur besseren Förderung in eigenständige Fußballclubs ausgegliedert (siehe wieder Fußball in der DDR).
Der 1. FC Lokomotive Leipzig in der DDR
Er wurde am 20. Januar 1966 gegründet und ging aus der Fußballabteilung des SC Leipzig hervor. In den 1970er und 1980er Jahren zählte der 1. FC Lok zu den erfolgreichsten deutschen Fußballvereinen. Er qualifizierte sich sehr oft für den Europapokal, wo er insgesamt 77 Spiele absolvierte. Zwar wurde er nie DDR-Meister, jedoch 3x Vizemeister und 4x FDGB-Pokalsieger. Seine größten Erfolge feierte der Verein im Europapokal in den Spielzeiten 1973/74 (UEFA-Cup Halbfinale) und 1986/87 (Finale im Cup der Pokalsieger). Seine Oberliga-Spiele trug der 1.FC Lok im Bruno-Plache-Stadion, die Europapokalspiele wegen der vorhandenen Flutlichtanlage im Zentralstadion aus. Die Loksche, wie der Verein von seinen Anhängern auch heute noch genannt wird, war bekannt für starkes Konterspiel und galt wegen ihrer Unberechenbarkeit als Sphinx der DDR-Oberliga (starken Europapokalspielen am Mittwoch folgten oft schwache Oberliga-Partien am Samstag). Der Verein hatte eine anerkannt gute Nachwuchsarbeit, aus der mehr als 20 DDR-Nationalspieler hervorgingen. Als eines der 11 DDR-Fußball-Leistungszentren erhielt er von Beginn an die nötige Unterstützung seitens der Sport- und Partei-Funktionäre, die Unterstützung durch die Leipziger Fans ließ etwas auf sich warten und setzte so richtig erst mit den EC-Erfolgen in den 1970er Jahren ein.
Am 1. Juni 1991 übernahm der 1. FC Lokomotive Leipzig wieder den Namen VfB Leipzig. Zum einen galt der DDR-Name als Altlast, zum anderen wollte man an dessen große Zeiten vor 1945 anzuknüpfen.
VfB Leipzig - Fussball von 1991 bis 2004
Am 1. Juni 1991 übernahm der im Bruno-Plache-Stadion spielende DDR-Fußballverein1. FC Lokomotive Leipzig den alten traditionsreichen Namen VfB Leipzig, vor allem um an dessen große Zeiten vor 1945 anzuknüpfen. Nach der letzten DDR-Oberligasaison (Oberliga Nordost) 1990/91 qualifizierte sich der 1. FC Lokomotive mit einem siebten Platz für die neue gesamtdeutsche 2. Bundesliga 1991/92.
Mit einem großen Teil der Spieler aus DDR-Zeiten und Trainer Jürgen Sundermann erreichte der Verein 1992/93 nach 46 Spieltagen den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Diese Bundesligasaison 1993/94 war jedoch sportlich wenig erfolgreich - ab dem 18. Spieltag gelang nicht mehr der Sprung vom letzten Tabellenplatz. Die einzigen Siege gelangen der Mannschaft in Dortmund, gegen Eintracht Frankfurt und gegen den KSC (jeweils 1:0).
Ab 1994 in der 2. Bundesliga versuchte man vergeblich durch ständige (kostenintensive) Trainer- und Spielerwechsel die Aufstiegsränge zu erreichen, statt dessen folgte 1998 der Abstieg in die Regionalliga Nordost. Die Drittligasaison 1998/99 endete mit dem zweiten Platz. Der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga wurde nur knapp verpasst. Durch fehlende Einnahmen und unvermindert hohe Ausgaben war 1999 die Finanzlücke so groß (19 Mio. DM), dass der einzige Ausweg in einem Insolvenzverfahren gesehen wurde. Die Gläubiger stimmten dem Insolvenzantrag im Jahr 2000 zu. Sportlich ging es weiter bergab. Infolge der Regionalligareform bedeutete der neunte Platz 1999/2000 den Abstieg in die 4. Liga Oberliga Nordost-Süd.
Von 2000 bis 2003 spielte man in 4. Liga Oberliga Nordost-Süd in der oberen Tabellenhälfte, erreichte aber nie den 1. Platz und damit die wichtigen Qualifikation für die 3. Liga. Zu den laufenden Wechseln im sportlichen Bereich (Spieler, Trainer) kamen ständige Wechsel an der Vereinsspitze. Der Schuldenberg wuchs infolge des inkonsequent durchgeführten Insolvenzverfahrens von 1999 und weiter verfehlter Finanzpolitik in den Jahren 2000 bis 2003 auf 4,8 Millionen Euro. Anfang 2004 wurde ein erneues Insolvenzverfahren eingeleitet. Die Gläubigerversammlung entschied am 21. April 2004 die Auflösung des Traditionsvereins. Sie wurde im Juli 2004 vollzogen.
Die erste Männermannschaft wurde aufgelöst. Die erfolgreichen Nachwuchsteams und die Fußballerinnen (2. Frauen-Bundesliga), welche alle in ihren Spielklassen verblieben, wurden vom neu gegründeten 1. FC Lokomotive Leipzig übernommen.
VfB Leipzig - andere Sportarten von 1991 bis 2004
Die Vereinsführung strebte mit der Umbenennung in VfB Leipzig einen Großverein an, der an die Traditionen vor 1945 anknüpfen sollte. Infolge der Umstrukturierung im Sport nach der Wende orientierten sich erfolgreiche Abteilungen des SC Leipzig neu. So stießen die in der DDR sehr erfolgreichen Damenhandballerinnen 1993 und die Volleyballmänner 1999 zum VfB.
1993 kommen die sehr erfolgreichen Handball-Frauen des SC Leipzig zum VfB. In der Saison 1995/96 und 1996/97 wurden sie deutsche Vizemeisterinnen. Außerdem holten sie 1995/96 den deutschen Pokal nach Leipzig. In der darauf folgenden Saison stießen die VfB-Mädels bis ins Europapokalfinale der Pokalsieger vor, wo sie 1997 gegen Istochnik Rostow unterlagen. Infolge der sich ankündigenden Insolvenz gingen sie im November 1999 in den eigens neu gegründeten Verein, den weiterhin sehr erfolgreichen Damen-Handball-Club Leipzig HCL.
Die Volleyball-Männer des SC Leipzig traten dem VfB 1999 bei und gründeten schon kurze Zeit später - der drohenden Insolvenz im Jahr 2000 zuvorkommend - den VV Leipzig.
Weiterhin wurde Mitte der 1990er Jahre eine Sektion Frauen-Fußball gegründet. Diese spielten sich bis 2004 sehr erfolgreich hoch in die 2. Bundesliga. Sie spielen jetzt für den 1.FC Lokomotive.
Die Schachspieler, seit 1991 im Verein, gründeten 2004 ihren neuen VfB Schach Leipzig.
1. FC Lokomotive Leipzig e. V.
Am 10. Dezember 2003 gründeten VfB Leipzig-Fans den neuen 1. FC Lokomotive Leipzig e. V. Zum Vereinsvorsitzenden wählten die 11 Gründungsmitglieder den ehemaligen VfB-Fanbeauftragten Steffen Kubald.
Nach der Liquidation des VfB Leipzig im Juli 2004 löste sich dessen erste Männermannschaft auf. Durch den neuen 1. FC Lok wurden die erfolgreichen Nachwuchsteams und die Fußballerinnen (2. Frauen-Bundesliga) übernommen. Teile des Nachwuchses wurden vom FC Sachsen Leipzig gekauft, der mit Hilfe der Stadt Leipzig ein Leipziger Nachwuchszentrum gründete. Es gab Bestrebungen der Stadt Leipzig, die Kompetenzen des Leipziger Fußballs zu bündeln und so das Interesse potenzieller Investoren zu erhöhen. Allerdings scheiterte dieser Versuch (Schlagwort "VfB Sachsen Leipzig" bzw. "1. FC Union Leipzig") schnell an den starken, historisch bedingten Rivalitäten beider Vereinsführungen und Fanlager (siehe Absatz oben).
Die erste Männermannschaft nahm ihren Spielbetrieb in der niedrigsten Liga, der 3. Kreisklasse (11. Liga) auf. Die anderen Mannschaften (Frauen und Nachwuchs) konnten in ihren Spielklassen verbleiben. Trainer Rainer Lisiewicz (Oberligaspieler bei Lok von 1968 bis 1978) musste vor Saisonbeginn 2004/05 eine neue Männermannschaft zusammenstellen. Bei Sichtungstrainings bewarben sich über 100 VfB-Fans, von denen er 25 Spieler für die 11. Liga auswählte. Der neue Verein wurde bereits nach kurzer Zeit zum Kultverein unter den ehemaligen VfB-Fans. Wegen des für die niedrigste Spielklasse sensationellen Zuschaueransturms berichteten die Medien deutschlandweit, was im Ergebnis noch mehr Besucher ins Bruno-Plache-Stadion lockte. Mittelfristig will der Verein wieder dort spielen, wo Vorgänger VfB zuletzt auflief: in der 4.Liga. Um die Zeit auf Kreisebene (11. bis 8. Liga) abzukürzen, bemühte sich der Verein noch 2004 um eine Fusion mit Vereinen aus der 5. Liga (Landesliga Sachsen, Hausdorfer SV) bzw. 6. Liga (Bezirksliga Leipzig, SV Tresenwald). Erst der dritte Fusionsversuch brachte den Zusammenschluss mit dem SSV 52 Torgau. Zwei Torgauer Mannschaften hatten zuvor eine Fusion beschlossen, wodurch ein Startplatz in der 7. Liga (Bezirksklasse Leipzig) frei wurde. Die Fusion empfanden beide Seiten als fair, der 1. FC Lok behielt Name und Spielstätte, im Gegenzug unterstützt er den neuen Torgauer Verein finanziell.
In seiner ersten Saison 2004/2005 wurde Lok Leipzig souverän Meister der 3. Kreisklasse (11. Liga), auch gewann er den Leipziger Stadtpokal im Endspiel gegen den 3 Ligen höher spielenden SSV Markranstädt III (2:0).
Weitere Rekorde und Höhepunkte der ersten Saison:
12.421 Besucher bedeuten Zuschauerweltrekord bei einem Punktspiel in der niedrigsten nationalen Spielklasse (am 9. Oktober 2004 gegen Eintracht Großdeuben II im Zentralstadion)
Lothar Matthäus-Comeback bei Lok für ein Spiel (beim Stadtpokal-Halbfinale)
Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC im fast ausverkauften Bruno-Plache-Stadion.
In der Spielzeit 2005/2006 errang Lok in der Bezirksklasse Leipzig Staffel 2 (7. Liga) souverän den ersten Tabellenplatz und stieg damit in die Bezirksliga auf. Außerdem schaffte der Verein im Finale des Bezirkspokals mit dem 3:1-Sieg gegen Bornaer SV (6. Liga) bereits nach zwei Jahren die Qualifikation für den sächsischen Landespokalwettbewerb 2006/2007. Ein Höhepunkt der Saison war das Freundschaftsspiel gegen den englischen Klub FC United of Manchester vor offiziell 7.426 Zuschauern.
In der Spielzeit 2006/2007 wurde der 1. FC Lok nach einem spannenden Dreikampf Erster in der Bezirksliga und schaffte so den Durchmarsch in die Landesliga Sachsen. Höhepunkte der Saison waren auch die Spiele im sächsischen Landespokal, wo Lok nach drei Runden als einziger Sechstligist das Viertelfinale erreichte, dort jedoch gegen den späteren Finalisten FC Erzgebirge Aue 2. Mannschaft ausschied (0:3). Der Zuschauerdurchschnitt bei Punktspielen betrug im Schnitt knapp 2.800, die Spitzenspiele in Meisterschaft oder Pokalwettbewerb hatten oft mehr als 5.000 Besucher.
In der Saison 2007/2008 wurde der 1. FC Lok nach einer spannenden Saison Landesfizemeister hinter dem FC Erzgebirge Aue II und konnte über die Relegation gegen den Landesvizemeiser von Mecklenburg-Vorpommern FC Schönberg 95 in die Oberliga aufsteigen, die aber durch die Einführung der 3. Profiliga seit der Spielzeit 2008/2009 nur noch fünftklassig ist.
1. FC Lokomotive Leipzig - Frauenfussball
Noch unter dem Namen VfB Leipzig stieg die Mannschaft 2003 in die Regionalliga Nordost auf. Als Fünfter qualifizierte sich die Mannschaft für die neu gegründete 2. Bundesliga und wurde in die Staffel-Süd eingeteilt. Der Sprung erwies sich als zu groß und das Team stieg als Tabellenletzter wieder ab. In der folgenden Regionalligasaison wurde mit zehn Punkten Vorsprung auf den Magdeburger FFC der Wiederaufstieg geschafft. In der Saison 2006/2007 spielte die Mannschaft in der Staffel-Nord und erreichte dort einen achtbaren 6. Tabellenplatz. Die zweite Frauen-Mannschaft wurde sächsischer Landesmeister, scheiterte jedoch in der Relegation um den Regionalligaaufstieg an der zweiten Mannschaft des USV Jena. Das zweite Jahr in einer höheren Liga ist bekanntlich immer das schwerste. Trotzdem konnte nach einigen Schwierigkeiten durch Trainerwechsel und damit verbundenen Leistungsschwankungen ein 7. Tabellenplatz und damit eine gesicherte Mittelfeldposition, die mit dem Abstieg nichts zu tun hat, erreicht werden. Die 2. Mannschaft konnte (trotz ausbluten auf Grund der Politik des Sächsischen Fußballverbandes) die Klasse halten und erzielte einen achtbaren 7. Tabellenplatz von insgesamt 16 Teams einer künstlich hochgepuschten Landesliga.












